Ulrich Krökel



• Geboren 1968 in Braunschweig

• Studium der slawischen Sprachen und der
osteuropäischen Geschichte in Kiel und Irkutsk

• Universitätslehrer in Kiel und Poznań

• Nachrichtenredakteur beim Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag

• Freier Osteuropa-Korrespondent in Warschau

• Freier Autor, Journalist und Publizist in Berlin

Über mich

W ie in jeder besseren Legende, so mischt sich auch in meinem Fall viel Dichtung mit einem Rest an Wahrheit. Es gibt da dieses Bild in meinem Kopf, das mich mit einem Alphabet aus Pappbuchstaben zeigt. Ich bastele damit farbenfrohe Wörter – oder was ich dafür halte. Augenzeugen behaupten sogar, ich hätte besagtes Alphabet im Alter von drei Jahren ohne jede Kompromissbereitschaft zu meinem Lieblingsspielzeug erklärt. Nun ja, der zweifelhafte Wert von Zeugenaussagen ist bekannt.

Jedenfalls konnte ich einigermaßen früh lesen. Das hat mir damals viel Lob eingebracht, vor allem in der Grundschule, und so etwas prägt, wie man weiß – im Guten wie im Bösen.

Unstrittig und belegt ist immerhin Folgendes: Ich war in meiner Kindheit und Jugend keine Leseratte. Ich habe nicht jede freie Minute in irgendeiner Kellerecke mit einem Buch verbracht. Ich habe auch nie mithilfe einer Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen, bis die Batterie leer war.

Ich habe lieber Straßenfußball gespielt (nie im Verein) oder Eishockey, meist auf Rollschuhen, mangels Eis, obwohl die Winter früher kälter waren. In dem Fall gibt es ausnahmsweise keine zwei Meinungen.

In Wirklichkeit war alles viel schlimmer. Es hat mich immer im höchsten Grad genervt, wenn andere Kinder gelesen haben und nicht mit mir Fußball spielen wollten, obwohl ich doch allzeit bereit war, mich freiwillig ins Tor zu stellen. Ball ging vor Buch, das war klar.

Irgendwann damals, als ich wieder einmal auf mich allein gestellt war, habe ich dann begonnen, mir im Kopf Geschichten zu erzählen, mit mir selbst als Held, versteht sich. Torwart beim Elfmeterschießen. Penaltykiller. Solche Sachen.

So fing, glaube ich, alles an.

Nicht viel später habe ich dann beschlossen, gern zu lesen. Ein echtes Fieber packt mich aber nur beim Schreiben. Schreiben lässt mich nie kalt. Das ist bei Briefen so, bei journalistischen oder wissenschaftlichen Texten und überhaupt. Also schreibe ich, auch solche Sachen. Und deshalb gibt es diese Seite.